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Stanley Kubrick

26.7.1928 - 7.3.1999

Experte für entseelte Momente...

Stanley Kubrick entstammte einer jüdisch-amerikanischen Mittelstandsfamilie. Sein Vater war Arzt und er wuchs im New Yorker Stadtteil Bronx auf. Bereits als 14-jähriger verkaufte er ein Foto an die Zeitschrift LOOK, die ihn drei Jahre später als Fotoreporter verpflichtete. Die Arbeit als Fotograf füllte Kubrick jedoch nicht aus. Er kündigte und drehte 1950 mit “Der Tag des Kampfes” einen Dokumentarfilm über den Boxer Walter Cartier. 1951 folgte mit “Der fliegende Priester” ein weiterer Dokumentarfilm.

Es folgten zwei weitere Filme, dann wurde er von Hollywood gerufen. 1957 drehte er mit “Wege zum Ruhm” eine flammende Anklage gegen Krieg und Materialismus. Das von der Kritik hochgelobte Werk fiel beim Publikum aber völlig durch.  1959 schließlich überredete ihn Kirk Douglas, die Regie zum Historienfilm SPARTACUS zu übernehmen. Er schuf zwar hiermit ein anerkanntes Genrewerk, hatte aber erstmals keinen Einfluß auf den Film in seiner Endfassung. Gerade Kubrick legte wie kein anderer Wert darauf, daß er allen Einfluß für Kamera, Schnitt, Licht, Regie, Produktion und Marketing hatte.

Ein jahr später siedelte er nach England um. Dort entstanden LOLITA, DR.SELTSAM und zwischen 1965 und 1968 ODYSSEE IM WELTRAUM, mit dem er bei der Perfektion der Spezialeffekte glänzte. Erst 1971 folgte ein weiterer Film, der als futuristische Fabel über eine gewalttätige Gesellschaft Aufsehen erregte. Die Verfilmung von Anthony Burgess Roman UHRWERK ORANGE.

Danach drehte er zwei Jahre an BARRY LYNDON der 1975 in die Kinos kam. Kubrick, der geniale Perfektionist, arrangierte die Szenen so, daß sie an Bilder zeitgenössischer Maler erinnerten und schwelgte in Farben und Kerzenlicht.

1979 schließlich wechselte er wieder das Genre und verfilmte den Stephen King Roman SHINING mit Jack Nicholson in der Hauptrolle. 1987 kehrte er dann mit FULL METAL JACKET zu seinem Ursprung zurück - dem Antikriegsfilm schlechthin.

Danach blieb es sehr lange ruhig, bis er in den neunziger Jahren mit EYES WIDE SHUT wieder in Erscheinung trat. Der Film kam im Juli 1999 in die Kinos. Nach Abschluß der Postproduktion starb Stanley Kubrick in seiner Wahlheimat England. Er war von 1947 an mit seiner ehemaligen Klassenkameradin Taba Metz verheiratet. Nach seiner Scheidung von ihr im Jahr 1952, heiratete er im selben jahr die Tänzerin Ruth Sobotka. 1958 heiratete er schließlich zum dritten Mal - die Schauspielerin Susan Christian.

Die Fertigstellung seines Traumprojektes, an der er sich mehrere Jahre versucht hatte, erlebte er nicht mehr. Kubrick wollte unbedingt den Philipp K.Dick Roman “A.I” verfilmen. Aus diesem Grunde nahm er Kontakt zu Steven Spielberg auf, der aber nur Regie führen sollte. Die Produktion wollte Kubrick selbst übernehmen. Man war sich bereits darüber einig, aber Kubrick verstarb. Auf ausdrücklichen Wunsch seiner Frau, verfilmte Steven Spielberg dennoch “A.I.” - die Geschichte um einen Roboterjungen auf der Suche nach seiner Herkunft.

(Quelle: Dirk Jasper)

FILMOGRAFIE

1950

Der Tag des Kampfes

1951

Der fliegende Priester

1953

Furcht und Begierde

1955

Der Tiger von New York

1956

Die Rechnung ging nicht auf

1957

Wege zum Ruhm

1959

Spartacus

1962

Lolita

1964

Dr.Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben

1968

2001 - Odysse im Weltraum

1971

Uhrwerk Orange

1975

Barry Lyndon

1979

Shining

1987

Full Metal Jacket

1999

Eyes wide Shut

Ryan O´Neal in Barry Lyndon

Peter Sellers in “Dr.Seltsam...”

Full Metal Jacket: Vincent D´Onofrio und Lee R.Ermey

Wege zum Ruhm: Kirk Douglas

Jack Nicholson in “Shining”

Stanley Kubrick auf der “Berlinale”