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Robert Wise

Nominiert für:

1961

West Side Story (Regie)

1961

West Side Story (Produktion)

1965

Meine Lieder, meine Träume (Regie)

1965

Meine Lieder, meine Träume (Produktion)

1941

Citizen Kane (Schnitt)

1958

Lasst mich Leben (Regie)

1966

Kanonenboot am Yangtse-Kiang (Regie)

10.09.1914 - 14.09.2005

Robert E. “Bobby” Wise war eine der letzten Legenden des alten Hollywood. In den 40 Jahren setzte er als Cutter bei Orson Welles wichtige Akzente für seine spätere Karriere. Wise bleibt über die Jahre hinweg als Cutter, Regisseur und Produzent immer Realist.  “Wie ich es zeige, so ist es.” - ist einer seiner Lieblingssätze.
 

In seinem Geburtsort Winchester, Indiana, gibt es drei Kinos und Robert wird Fan von Tom Mix, Buck Jones, Douglas Fairbanks Senior und den Filmen von Cecil B.de Mille. Als 19jähriger verlässt er seine Heimatstadt und geht nach Kalifornien. In Hollywood ist er Laufbursche, dann Toncutter bei Musicals und schließlich Schnittassistent. Wise ist 24 Jahre alt als ihm William Dieterle den Schnitt für “Der Glöckner von Notre Dame” anvertraut. Danach kommt es zur ersten Begegnung mit Orson Welles.

Welles ist der Erfinder, der Mann mit den großen Ideen, der weitverzweigte Geschichten zu klaren Szenenfolgen und Dialogen verdichtet, Bildideen entwickelt, Schauspieler schmiedet. Wise dagegen gehört -wie der Kameramann, der Komponist, zu den phantasiereichen Technikern, die solche Ideen umsetzen. Brilliant der Wochenschau-Zusammenschnitt zu Beginn von “Citizen Kane”: das hat Tempo und Dynamik.

Nach der ebenso schwierigen wie erfolgreichen Arbeit bei Orson Welles stellt RKO-Produzent Val Lewton den begabten jungen Mann als Regisseur an. Es mangelt dem Studio an zuverlässigen Handwerkern und Lewton erkennt mit sicherem Blick, dass Wise diesen Anspruch erfüllt. Wise inszeniert 1944 anstelle des Hausregisseurs Jaques Torneur “Rückkehr der Katzenmenschen”, ein Jahr später den “Leichendieb”. Da ist er in seinem Element: Das schmale Budget erlaubt kaum mehr als drei bis fünf Wochen Drehzeit, vorhandene Kulissen müssen benutzt werden, Ökonomie und Phantasie sind gefordert. Das setzt Routine voraus.

Auch als Regisseur ist Robert Wise Handwerker, doch allmählich wächst sein eigener Stil heran. Es ist ein Stil zwischen der Forderung des Realisten und dem sehr persönlichen Hang zum Stilisieren. Von Anfang an zieht Wise den Schwarzweiß-Film vor. Da gibt es größere Tiefenschärfe, mehr Kontrast, Großaufnahmen im Weitwinkel lassen die Szene realistischer erscheinen und mit grobkörnigem Filmmaterial will er die Oberfläche “aufrauhen” - wie er sagt.
  “Ich habe immer den Schwarzweiß-Film bevorzugt (...) - für mich ist die Wirklichkeit schwarzweiß.”

“Egal was man zeigt, man muss die Wahrheit kennen.”. Für Robert Wise war Filmemachen ein fortwährender Lenrprozess. Für die Recherche zu seinen Filmen sah er sich unter anderem im Boxring um, in Umkleidekabinen und Trainingsräumen. Er sah Männer im Überschwung nach dem Sieg, im Tief nach der Niederlage und er ersparte seinem Zuschauer nichts: kühl und sachlich läuft in “Lasst mich leben” die Geschichte einer Frau ab, der wenig Sympathie aber Mitleid gehört, Für Wise war die Recherche, vor allem das Erlebnis einer tatsächlichen Hinrichtung, ein furchtbares Erlebnis.

1967 erhielt Robert Wise für sein Lebenswerk den Irving G.Thalberg Award der Akademie, nachdem er bereits 1962 und 1966 als bester Regisseur ausgezeichnet wurde. “Fernweh, Wissbegierde und Entdeckerfreude haben ihn als Regisseur ausgezeichnet, seine Filmografie liest sich wie eine Weltkarte des klassischen Erzählkinos,” so der Dokumentarfilmer Lars-Olav Beier.
1998 erhielt Wise vom American Film  Institute den Life Achievement Award - die höchste Auszeichnung für das Gesamtwerk eines Filmschaffenden.

Robert Wise verstarb 91jährig an Herzversagen in einem Krankenhaus in Los Angeles.

(Quelle: prisma-online)

Filmografie

1939

Die Findelmutter (Cutter)

1940

Der Glöckner von Notre Dame (Cutter)

1941

Citizen Kane (Cutter)

1941

Der Glanz des Hauses Amerson

1944

Mademoiselle Fifi

1944

Die Rückkehr der Katzenmenschen

1945

Der Leichendieb

1945

A Game of Death

1946

Criminal Court

1947

Born to Kill

1948

Mystery in Mexico

1948

Nacht in der Prärie

1949

Ring frei für Stoker Thompson

1950

Frauengeheimnis

1950

Vorposten in Wildwest

1951

Der Tag an dem die Erde stillstand

1952

Something for the Birds

1952

Stadt im Würgegriff

1953

Die Wüstenratten

1953

Durch die gelbe Hölle

1953

Ein Herz aus Gold

1954

Die Intriganten

1955

Die schöne Helena

1955

Mein Wille ist Gesetz

1956

Die Hölle ist in mir

1957

Kein Platz für feine Damen

1957

Land ohne Männer

1958

Lasst mich leben

1958

U23 -Tödliche Tiefen

1959

Wenig Chancen für morgen

1960

West Side Story

1962

Spiel zu Zweit

1963

Bis das Blut gefriert - The Haunting

1964

Meine Lieder - meine Träume

1966

Kanonenboot am Yangtse-Kiang

1967

Star!

1971

Andromeda - Tödlicher Staub aus dem All

1972

Zwei Menschen unterwegs

1974

Die Hindenburg

1976

Audrey Rose - das Mädchen aus dem Jenseits

1979

Star Trek - Der Film

1989

Rooftops - Dächer des Todes

1999

Sommer der Freundschaft